Mittwoch, 25. Juni 2014
Jülicher Zeitung / Lokales / Seite 19

Nachdenkliche und schöne Erlebnisse bei der gut besuchten Denkmalstour des Bürgerbeirates durch Kirchberg und Bourheim

Kirchberg. Zahlreiche kulturell und geschichtlich interessante Schätze, die unter Denkmalschutz stehen, liegen in Jülich im Verborgenen. Einige von ihnen zu erkunden, war Ziel der Exkursion des Bürgerbeirats nach Kirchberg und Bourheim.

In Kirchberg erklärten sich zwei Eigentümer von geschützten Bauten bereit, sie den Besuchern zu öffnen und zu erklären. Den Auftakt bildete ein Rundgang um die Villa Buth, eine einst prächtige Fabrikantenvilla im Stil der Neorenaissance. Hellmuth Eichhorn, Eigentümer der gleichnamigen Firma, erläuterte den hier besonders zahlreich erschienenen Besuchern die Geschichte der Villa und auch die Gründe für den allmählichen Verfall. Um das eindrucksvolle Bauwerk zu sanieren, seien bis zu fünf Millionen Euro nötig. Angesichts der harten Konkurrenzsituation in der Papierbranche sei ein solcher Betrag nicht aufzubringen. Er bedauere das persönlich sehr, doch sei die Sicherung von mehreren hundert Arbeitsplätzen wichtiger. Die Besucher zeigten Verständnis für diese klare Aussage, wenngleich viele der Verfall des prächtigen Gebäudes mit Wehmut erfüllte.

Wenige hundert Meter entfernt erlebten die Besucher ein erfreuliches Beispiel für gelungenen Denkmalschutz beim Besuch auf dem Wymarshof. Auch diese Eigentümerin, Susanne Weitz, empfing ihre Gäste persönlich, schilderte und erklärte die alte Hofanlage und das Herrenhaus nebst den Bauten aus mehreren Jahrhunderten. Mit einem gewissen Stolz konnte sie berichten, dass es ihr in Jahrzehnten gelungen sei, mit großen Opfern und Einsatz schrittweise die Gebäude zu sichern, zu sanieren und modernen Nutzungen zuzuführen. Allerdings sei noch kein Ende der Arbeiten abzusehen.

Ein Höhepunkt dieses Besuches war für viele ein Rundgang durch den Park mit prächtigem altem Baumbestand und Wassergraben, der heute durch Grundwasser gespeist wird. Herzlich dankte Vorsitzender Wolfgang Gunia Hellmuth Eichhorn und Susanne Weitz für ihre Bereitschaft, ihr Anwesen für die Besucher zu öffnen.

Pfarrer Jöcken ließ es sich nicht nehmen, die Besucher persönlich durch „seine“ beiden Kirchen in Kirchberg und Bourheim zu führen und ihnen anschaulich und lebendig die Innenausstattung vorzustellen.

Dr. Peter Nieveler übernahm eine kleine Führung über den alten Friedhof um die Kirchberger Kirche. Einige alte Grabsteine und Grabplatten erinnern noch heute anschaulich an die alte Funktion des Platzes. Leider ist man nicht in allen Jülicher Ortsteilen mit den alten Friedhöfen so schonend umgegangen.

Angesichts des positiven Echos auf diese erste Denkmalexkursion kündigte Wolfgang Gunia an, dass weitere auf der Grundlage des Denkmalführers, den der Bürgerbeirat herausgab, folgen werden. Die nächsten Exkursionen werden wohl nach Koslar und Barmen führen.

Mittwoch, 18. Juni 2014
Jülicher Zeitung / Lokales / Seite 17

 

„Unser Dorf hat Zukunft“: Kreisbewertungskommission nimmt den Jülicher Stadtteil Kirchberg unter die Lupe. Potenzial ist wichtig.

Kirchberg. Der südliche Stadtteil Jülichs hat viel Charme und Potenzial. Zu diesem Schluss kam die siebenköpfige Kreisbewertungskommission, die aus Anlass des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ mit einigen Kirchbergern eine Dorfbegehung unternahm. Und das Potenzial ist das entscheidende Kriterium für die Jury. „Wir sind zum ersten Mal in Kirchberg und unglaublich neugierig“, betonte Jurorin Margarethe Lersch, bei der die Wettbewerbs-Fäden im Kreishaus zusammenlaufen.

Später informierte sie über die geänderten Wettbewerbskriterien „mehr in Richtung Konzeption, Leitbild und Ehrenamt ausgerichtet“. Ist das ein gutes Omen für den 1636-Seelen-Ort? Der 90-minütige Aufenthalt, in denen die Dorfbewohner nach den Wettbewerbsrichtlinien ihren Ort präsentieren dürfen, reichte nicht aus, um alle reizvollen Ecken Kirchbergs näher zu betrachten – soviel war klar.

Start der Begehung war der 2005 neugestaltete Dorfplatz mit seiner schmucken Marienkapelle nach italienischer Bauart, dem römischen Brunnen und Kollergängen (Mahlsteinen), die an die lange Tradition der Papierproduktion der Firma Eichhorn in Kirchberg erinnern. Zu bieten hat der attraktive Dorfplatz, der in einer Bürger-Kraftaktion nach dem Sturm herausgeputzt worden war, auch Spielgeräte für Kinder, eine Boulebahn und einen Findling mit der Aufschrift „1075 Jahre Kirchberg“. Nächste Station war das stattliche Backstein-Herrenhaus „Wymarshof“ in seinem idyllischen Ambiente, das Eigentümerin Susanne Weitz präsentierte.

Eine Ahnung von ihrem ehemaligen Glanz vermittelte die einstige Fabrikanten-Villa Buth in ihrem verlassenen Park. Die weitere Dorfbereisung erfolgte im Kleinbus der Kommission. Ortsvorsteher Johann Hubert Ochsenbruch lotste die Busfahrerin vorbei an den alten verfallenen Wirtschaftsgebäuden der Fabrik Eichhorn: „Hier besteht Handlungsbedarf. Wir sind noch in der Diskussion“, kommentierte Ochsenbruch. Die Besuchergruppe warf einen Blick auf den großen Baggersee „Pelliniweiher“ mit eigenwilligem Charme, wo anscheinend Biber zugange waren.

Weiter ging es am Lohner Fließ entlang zur Sportmeile mit Angelsportlerheim, Tennisclub mit fünf Plätzen und der Sportanlage des FC Germania 09. In beiden letzteren betonte der Ortsvorsteher die Vereinsarbeit in Eigenregie. „Sehr gut angenommen“ werde der zentrale Kinderspielplatz mit vielen Spielgeräten, ferner liege bereits die Genehmigung für den Neubau eines Schützenheimes einige hundert Meter weiter vor. Einen Blick aus den Fenstern des Busses warfen die Gäste im Vorbeifahren auf die Alte Schule, den Feuerwehrstandort und die Fabrikmauern von Gissler & Pass.

Eine Besichtigung verdiente die idyllische Stelle, wo Rur und renaturierte Inde zusammenfließen, der bepflanzte ehemalige Schutzwall und der Aussichtspunkt des Tagebaus. Zurück ging es vorbei am Kapellchen zum Heiligen Donatus und den zu erschließenden elf Bauflächen, vorbei am Schrickenhof mit denkmalgeschützter Kapelle, an Kirche und Kindergarten. Obwohl vor allem die 922 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Martinus einer näheren Betrachtung würdig gewesen wäre, machten hier die strikten Vorgaben einen Strich durch die Rechnung. Die von Ochsenbruch abschließend als „Schnelldurchlauf“ bezeichnete Rundreise war vor allem für den Ortsfremden ein lohnenswertes Unterfangen. (ptj)

Dienstag, 29. April 2014
Jülicher Zeitung / Lokaltitel Juelich / Seite 13

Kirchberg. Kirchberg macht mit beim Kreiswettbewerb 2014 „Unser Dorf hat Zukunft“. Vor mehr als 70 Bürgerinnen und Bürgern wurde in der Bürgerhalle der Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ vorgestellt. Die Teilnehmer kamen anschließend überein, dass sich Kirchberg beteiligen sollte. Die Anmeldung zum Wettbewerb ist erfolgt. Der weitere Ablauf sieht so aus: Das nächste Treffen für alle interessierten Kirchberger ist am 7. Mai um 18 Uhr im Lindenhof. Dort soll gemeinsam eine Bestandsaufnahme des Ortes erfolgen, ein Prospekt erstellt und als Grundlage für den Wettbewerb dem Kreis Düren eingereicht werden – bis zum 30. Mai. Im September 2014 soll für Kirchberg eine so genannte „Werkstatt“, d.h. eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die durch professionelle Ratgeber unterstützt wird.

Ortsvorsteher Johann Hubert Ochsenbruch, der zur aktiven Teilnahme einlädt: „Wenn für Kirchberg etwas bewegt werden soll, ist jeder Bürger, der Interesse hat, aufgefordert, sich einzubringen.“

 

Montag, 7. Juli 2014
Jülicher Zeitung / Lokaltitel Juelich / Seite 23

 

Kreis Düren. Blens, Merode, Berzbuir und Golzheim sind die Sieger des Kreiswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“. Sie werden auch den Kreis Düren auf Landesebene vertreten. Zudem gab es Goldmedaillen für Vossenack, Krauthausen, Vlatten und Hausen. Die weiteren Auszeichnungen ▶e_SQuSSeite 25

Montag, 7. Juli 2014
Jülicher Zeitung / Lokales / Seite 25

Platzierungen Silber, Bronze und Sonderpreise
Kreis Düren. Beim Kreisentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ gab es weitere folgende Bewertungen von der Jury:

Silber:

Gey; Muldenau; Ederen; Ellen; Pier; Lamersdorf; Wollersheim; Lucherberg; Simonskall; Bergstein; Flossdorf; Schlich; Brandenberg; Schlagstein; Hergarten.
Bronze:

D‘horn; Frenz; Birgel; Berg; Kirchberg; Raffelsbrand; Luchem; Kufferath; Geich; Altenburg; Strass; Obergeich; Kleinhau; Pingsheim; Horm; Sevenich; Schafberg.

Sonderpreise:

1. Floßdorf (Stadt Linnich): „Engagierter Einstieg in die Dorfentwicklung unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung“; 2a. Wollersheim (Stadt Nideggen): „Ehrenamtlich geführte Dorfladen“; 2b. Berg (Stadt Nideggen): „Bürger retten ihre dörflichen Einrichtungen“; 3. Lucherberg (Gemeinde Inden): „Ehrenamtseinsatz 1 Stunde oder 1 €“; 4a. Frenz (Gemeinde Inden): „Bewusstsein für die besondere landwirtschaftlich geprägte Baukultur“; 4b. Luchem (Gemeinde Langerwehe): „Darstellung der umgenutzten Hofstellen mit historischem Hintergrund“; 5. Schlagstein (Gemeinde Kreuzau: „Wertschöpfungskette Obstwiese als nachbarschaftliches Gemeinschaftsprojekt“.

Sonderpreise Indeland:

A. Lamersdorf (Gemeinde Inden): „Die Dorf-Uni als innovative Kommunikationsplattform“;
B. Herrschaft (Gemeinde Langerwehe mit Pier, Merode, D‘horn, Geich, Obergeich, Schlich): „Die Gemeinsame Erklärung als Ausdruck regionalen Denkens und Handelns“;
C. Hergarten (Stadt Heimbach): „Generationenplatz als vorbildliche Einrichtung für Freizeit und Erholung“;
D. Gey (Gemeinde Hürgenwald): „Das Dorfauto in Gey als vorbildlicher Beitrag zur ländlichen Mobilität“.